Freiwillig an die höchste Steilwand und bis an den Gipfel: Tommy Caldwell

Freeclimbing und Extremsport: Eine Illustration eines Kletterers
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Gefährlich, herausfordernd aber mit Sicherung / Porträt des Freeclimbers Tommy Caldwell

„I don’t know what’s wrong with me, but I love this shit.“, sagt Tommy Caldwell unverblümt. Der 36-Jährige US-amerikanische Extremsportler hatte gerade Geschichte geschrieben. Mit seinem 30-jährigen Partner Kevin Jorgenesen erklomm er die rund 1000 Meter hohe Wand des El Capitan im kalifornischen Yosemite-Valley.

Porträt von Tommy Caldwell
Author: Ian Allen, wikimedia.org, CC BY-SA 4.0

Was ist das für ein Mensch, der so etwas angeht? Caldwell ist Sportlehrer.

Extreme Höhe

Die Steilwand El Capitan gilt als eine der schwierigsten Kletterrouten der Welt. Caldwell und Jorgenesen bezwangen die Ostseite des Berges ohne jegliche technischen Hilfsmittel.

Freeclimbing nennt sich diese extrem gefährliche Variante des Klettersports. Caldwell ist ein Meister darin – mit einer höchst bewegten Lebensgeschichte.

Am 27. Dezember vergangenen Jahres erfüllte er sich seinen Traum: Der El Capitan. Eine Wand Granitgestein. Tausend Meter Steilwand – und dann noch die schwierigste Route hat er sich ausgesucht.

Schlafen an der Steilwand

Die wollte er. Die Herausforderung an sich. Fünf Jahre lang hat er sich höchst sorgfältig darauf vorbereitet. So eine massive Felswand ist eine reine Tortur. Tagelang geht es hoch. Schläfst an der Wand, an der du hängst und übernachtest auf an der Wand hängenden Zeltplattformen.

Teilweise nur mit ihren Fingerkuppen halten sich Caldwell und Jorgenensen an Felsschuppen fest. Messerscharf sind die Steinkanten. Verursachen Wunden. Es muss aber weiter aufwärts gehen. Denn sie hängen an der Steilwand. Ein Seil dient ihrer Sicherheit. Das aber wollen sie nur im Notfall benützen Dann ist der Gipfel erreicht.

Extrem-Kletterer suchen den Kick

Extrem-Kletterer suchen diesen Kick. Für die Leidenschaft an seinem Sport hat Caldwell schon einen sehr hohen Preis bezahlt. Während eines Kirgisien-Aufenthalts wurde er 2000 gemeinsam mit seinen Kletterfreunden von islamistischen Rebellen entführt. Nach sechs Tagen Gefangenschaft kamen sie endlich frei.

Ein Jahr später verlor er bei einem Unfall mit einer Tischsäge seinen linken Zeigefinger. Caldwell machte trotzdem mit Freeclimbing weiter.

Jetzt kommt das Buch

Inzwischen ist er seit dieser Geschichte lange geschieden. Caldwell war von 2003 bis 2010 mit der Sportkletterin Beth Rodden verheiratet. Seit 2012 ist er mit der Fotografin Rebecca Pietsch verheiratet. Das Paar hat einen gemeinsamen Sohn

Und was macht er seit jener spektakulären Besteigung des El Capitan? Leben eben. Caldwell schreibt an einem Buch über die extremen Erlebnisse dieser Besteigung. Und weiter: „Neue Abenteuer reizen ihn“, teilt er via Facebook mit.

https://www.facebook.com/1tommycaldwell/videos/923481474355963/

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