Idylle in der Betonwüste: Der Hafenpark am Main

Hafenpark am Main
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Das Frankfurter Ostend hat mit dem Bau der EZB auf dem ehemaligen Großmarktgelände einen gründlichen Imagewechsel durchgemacht.
Neben viel Kritik und den Ausschreitungen der Chaoten hat der im März 2015 eingeweihte Neubau des 1,3 Milliarden teuren Riesens mit seiner Eröffnung der Frankfurter Jugend eine bis dahin fast unbekannte Möglichkeit zur Freizeitbeschäftigung geliefert. Vergeblich suchte man in der Bankenmetropole nach gut ausgebauten und frei zugänglichen Basketballcourts, Skateparks oder auch Fußballplätzen.

Ein Allround-Outdoorpark

Jetzt gibt es seit über drei Jahren gleich alles zusammen. Egal ob Basketballer, Skater, BMX‘ler, Inline-Skater, Fußballer oder Fitnesssportler: Hier kommt nahezu jeder ab 8 Jahren auf seine Kosten – aber ohne das sonst so nötige Kleingeld.

2011 bewilligte der Magistrat knapp 4,5 Millionen Euro für den fast 40.000 Quadratmeter großen „Allround“-Hafenpark (5.500 davon Skatepark). Die Basketballer müssen künftig nicht mehr mit dem Platz unter der Friedensbrücke, vor der Ballsporthalle oder dem Ostpark vorliebnehmen, die Skater nicht mehr an der Hauptwache ihre Manöver und Tricks zur Schau stellen.

Fußballspiele in kleineren Gruppen und Street-Football für Freestyler? Dafür sind die beiden Kleinfelder auf dem Gelände bestens geeignet.

Auch Fitness- und Ausdauerathleten können hier im Outdoor-Gym neben den Courts an den Recks, Seilzügen und einem Kraft-Ausdauer-Zirkel ihren Körper stählen und ordentlich schwitzen.

„Rambo-Eltern“ und „in den Sand gesetzte“ Millionen

Probleme und Kritik sollten nicht ausbleiben. Immer wieder gab und gibt es Auseinandersetzungen zwischen Skatern, Kindern und deren Eltern. Die Bild schlagzeilte am 23.04. reißerisch:

„Direkt vor EZB. Security schützt Skater vor Rambo-Eltern“.

Laut der Springer-Publikation habe sich seit der Fertigstellung der großen Grünfläche und Liegewiese im Sommer 2015 – der Hafenpark war damit zum Ausflugsziel für Frankfurter Familien geworden – der Skatepark vermehrt zum „Spielplatz“ für Kinder und deren Eltern verwandelt. Auch wenn der interessierte Leser vergeblich nach der angeblichen Security oder den Flugblättern der Nutzungsordnung des Skateparks im Frankfurter Osten Ausschau halten wird, so scheint Bild zumindest im Kern das Richtige auszusprechen: Der „Concrete Jungle“ ist kein Kinderspielplatz!

Mit diesem Problem hat sich 2015 auch das Skater-Webportal www.boardstation.de und die Frankfurter Neue Presse mehrfach auseinandergesetzt. Es war vom „Kampf um das Skaterparadies“ die Rede, vom „Krieg zwischen Skateboardern und kleinen Kindern“. Zu Handgreiflichkeiten und Streitereien sei es ständig gekommen. Das Skateportal hatte knapp 2 ½ Jahre zuvor sogar von einem generellen „Debakel“ und potentiell „in den Sand gesetzten“ Millionen gesprochen. Kritisch hinterfragt wurden das Baumaterial und die Höhe der angelegten „Curbs“ und „Ledges“ (d. s. Hindernisse zum „grinden“ und „sliden“).

Verbotsschilder und scheinbare Ordnung im Hafenpark

Mitte Juni war es endlich so weit. Mit Verbotsschildern werden ab jetzt die Nutzungsbedingungen der Anlage schwarz auf weiß vermeintlich ahnungs- und verantwortungslosen Mitbürgern und Kindern nähergebracht: 1. Kindern unter 8 Jahren das Spielen auf der Anlage verboten. Und 2. Die Benutzung mit Rollern oder Laufrädern ist untersagt5. „Ein Segen! Kinder unter 8 Jahre sind ab jetzt TABU!!!“, jubelte boardstation.de.

Das Territorium schien den Skatern und BMX’lern zurückgewonnen. Was sich praktisch an dem Problem geändert hat und wer sich von Verbotsschildern beeindrucken lässt, muss die Zukunft zeigen.
Nicht verschwiegen werden soll, dass die Anlage noch vor Fertigstellung, schon im September 2011, wegen der Nähe zu einer Chemikalienlagerhalle im Osthafen in die Kritik geraten war. Der östliche Teil des Parks befindet sich nämlich im Achtungsbereich einer „Gefahrguthalle des Unternehmens VLS, das an der Lindleystraße gefährliche Stoffe lagert“, gab die FAZ achtsamen Bürgern zu bedenken. Das alles ist durchaus bedenklich, auch wenn die VLS-Group eine Verringerung des Achtungsabstands von offiziell 640 auf 400 Meter erwirken konnte.

Insgesamt ist man sich dagegen einig: Der Skatepark „Concrete Jungle“ ist einer der besten Skateparks Deutschlands und stellt in Kombination mit den Basketballcourts, den Fußballfeldern und den Fitnessangeboten eine lang vermisste, kostenlose Sport- und Freizeitanlage für Jugendliche und junge Erwachsene in Frankfurt bereit.

Was bietet der Hafenpark am Main zusammengefasst?

  • Zwei Streetball-Fullcourts mit qualitativem Gummibelag und vier Körben
  • Zwei Fußball-Kleinfelder mit Gummibelag und vier Toren
  • Den großen Skatepark „Concrete Jungle“ („Flowpark“, „Bowl“ und „Street-Area“)
  • Freies „Outdoor-Gym“ mit Recken, Zirkel und Seilzügen
  • Grünanlagen zum Entspannen

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